ZUGRIFFSMODELL, DATENHALTUNG UND INTEGRATION
KURZFASSUNG
Vertriebsmitarbeiter werden beim Login als berechtigte Ansprechpartner des jeweiligen Unternehmens geführt und nutzen den regulären B2B-Checkout von Shopify. Es gibt keine nachgebaute Sitzung, keine geteilten Zugangsdaten und keinen Zugriff auf das Shopify-Backend. Kunden-, Mitarbeiter- und Bestelldaten verbleiben vollständig im Shop.
ZUGRIFFSMODELL
Echte Unternehmenszugehörigkeit
Meldet sich ein Vertriebsmitarbeiter auf einen Kunden an, wird er als Ansprechpartner mit Bestellberechtigung am zugehörigen Unternehmensstandort geführt. Die Bestellung läuft anschließend über den regulären B2B-Checkout. Dieselben Kataloge, Preislisten, Bestellregeln und Zahlungsmittel wie bei einer Selbstbedienungsbestellung des Kunden werden verwendet.
Damit entfallen die Konstruktionen, die bei vergleichbaren Ansätzen üblich sind: keine simulierte Kundensitzung, keine geteilten Zugangsdaten, kein technischer Sammelaccount.
Kein Backend-Zugriff
Vertriebsmitarbeiter benötigen weder Staff-Seats noch Berechtigungen im Shopify-Admin. Das gilt ausdrücklich auch für externe Vertriebspartner und selbstständige Handelsvertreter.
Zuweisung
Berechtigungen werden wahlweise über einzelne Kunden, über Unternehmen oder über Tags vergeben.
Lebenszyklus der Zugehörigkeit
Nach dem Logout wird der Vertriebsmitarbeiter aus dem Unternehmen des Kunden entfernt. Beim Wechsel auf einen anderen Kunden gilt dasselbe für die vorherige Zugehörigkeit. Somit kumulieren Unternehmens-Zugehörigkeiten nicht über Sitzungen hinweg.
Optional lässt sich ein Hauptunternehmen hinterlegen, in das der Mitarbeiter nach jedem Logout zurückfällt. Das ist für Shops relevant, die Sortiment und Preise vollständig hinter dem Login verbergen: Ohne Hauptunternehmen hätte der Mitarbeiter zwischen zwei Sitzungen keinen Zugriff auf den Shop.
Entzug von Berechtigungen
Zuweisungen sind jederzeit zentral entziehbar; der Zugriff endet unmittelbar.
Einwilligung und Dokumentation
Beim ersten Zugriff eines Vertriebsmitarbeiters auf einen Kunden wird dessen Einwilligung eingeholt und dokumentiert. Festgehalten werden Shopify-Kunden-ID und vollständiger Name des Vertriebsmitarbeiters, das Datum der Einwilligung sowie eine Notiz zum Kontext, die der Vertriebsmitarbeiter selbst erfasst — etwa der Hinweis, dass die Zustimmung telefonisch mit einer namentlich genannten Person erteilt wurde.
Für Folgebestellungen bleibt der Eintrag gespeichert.
Zahlungsdaten
Vom hinterlegten Firmenzahlungsmittel sind ausschließlich die letzten vier Stellen sichtbar. Vollständige Kartendaten werden zu keinem Zeitpunkt angezeigt, übertragen oder gespeichert. Die Zahlung erfolgt über den Standard-Checkout von Shopify.
Nachvollziehbarkeit
Jede Bestellung ist dem auslösenden Vertriebsmitarbeiter zugeordnet und im Nachhinein auswertbar.
DATENHALTUNG
Was im Shop bleibt
Sämtliche Konfiguration — die Kennzeichnung als Vertriebsmitarbeiter, Zuweisungen, Hauptunternehmen und Einwilligungsnachweise — liegt in Metafeldern des Shops. Es werden keine Kunden-, Mitarbeiter- oder Bestelldaten außerhalb des Shops gespeichert oder übertragen.
Was außerhalb liegt
Die App speichert die technischen Installationsdaten des Shops, einschließlich des Zugriffstokens. Personenbezogene Daten sind davon nicht betroffen.
Zugriff auf die Metafelder
Die Felder sind App-owned und werden über den Namensraum der App adressiert, etwa customer.metafields.app-<id>.sales_agent_note. Über die Admin API sind sie für Ihre eigenen Systeme les- und schreibbar; Mitarbeiter mit entsprechenden Berechtigungen haben ebenfalls Schreibzugriff.
Eine andere App mit passendem Scope und Kenntnis der App-ID kann diese Felder ebenfalls lesen und schreiben. Das entspricht dem Standardverhalten von Shopify-Metafeldern, für die Bewertung des Zugriffsmodells sollte es dennoch bekannt sein. Eine Einschränkung erfolgt gegebenenfalls über die vergebenen API-Scopes der übrigen installierten Apps.
Anwendungsmöglichkeiten über die API
Da die Konfiguration vollständig in Metafeldern liegt, lässt sie sich mit regulären GraphQL-Abfragen in bestehende Prozesse einbinden:
- Zuweisung von Vertriebsmitarbeitern automatisiert beim Onboarding setzen
- Berechtigungen aus einem zentralen Verzeichnisdienst ableiten und synchronisieren
- Bestehende Zuweisungen im Rahmen eigener Audits auslesen und prüfen
Deinstallation
Die Theme-Blöcke und sämtliche Funktionen entfallen. Die Metafelder bleiben erhalten und können bei Bedarf über die API entfernt werden.
INTEGRATION UND TIMING
Die Bestellung wird zunächst unter dem Vertriebsmitarbeiter erstellt und unmittelbar danach per orders/create-Webhook dem tatsächlichen Kunden zugewiesen. Der Vorgang läuft mit automatischem Retry; bei anhaltendem Fehler ist eine manuelle Zuweisung möglich.
Daraus ergeben sich Anforderungen an nachgelagerte Systeme:
Shopify Flow
Workflows, die auf orders/create reagieren und den Kunden auslesen, sollten mit einer Verzögerung von einer Minute konfiguriert werden. Andernfalls sehen sie den Vertriebsmitarbeiter statt des Kunden. Die Verzögerung ist pro Workflow einzustellen und sollte bei später angelegten Workflows mitgedacht werden.
ERP-Synchronisation
Gleiches gilt für Konnektoren, die auf orders/create reagieren. Bei den meisten Integrationen liegt ohnehin ein Intervall von mehreren Minuten vor.
Weitere Apps
Anwendungen, die unmittelbar auf den Bestelleingang reagieren — etwa Bewertungs-, Loyalty-, Benachrichtigungs- oder Versand-Apps — können denselben Effekt zeigen. Eine Prüfung der installierten Apps vor dem Rollout ist empfehlenswert.
Bestellbestätigung
Die Shopify-Standardbestätigung geht an den Vertriebsmitarbeiter. Die App versendet optional automatisch eine mehrsprachige Bestätigung mit erklärendem Text an den Kunden — oder gar keine, wenn das ERP ohnehin eine Auftragsbestätigung erzeugt.
ABSCHLUSS DER BESTELLUNG
Je nach hinterlegtem Zahlungsmittel entsteht:
- Firmenkreditkarte hinterlegt: reguläre Bestellung mit Zahlung über den Standard-Checkout
- Zahlungsmittel wie „Rechnung“ hinterlegt: reguläre Bestellung mit diesem Zahlungsmittel; nachgelagerte Prozesse wie die automatische Rechnungsstellung durch das ERP greifen unverändert
- Kein verfügbares Zahlungsmittel: Bestellentwurf mit Zahlungsaufforderung, wahlweise automatisch oder manuell versendet
In den ersten beiden Fällen unterscheidet sich eine Bestellung des Außendiensts technisch nicht von einer Selbstbedienungsbestellung. Es entsteht kein zweiter Bestellpfad, der in nachgelagerten Integrationen gesondert behandelt werden müsste.
VORAUSSETZUNGEN
Shopify Plus mit aktiviertem B2B, angelegte Unternehmen und Unternehmensstandorte, Theme mit Unterstützung für App-Blöcke (Online Store 2.0). Die Einrichtung umfasst das Platzieren von zwei Theme-Blöcken per Deeplink sowie das Setzen der Zuweisungen.
Die vollständige Liste der Voraussetzungen und den eingeschränkten Funktionsumfang ohne Shopify Plus finden Sie auf der Seite Passt die App zu Ihrem Shop?.
SAAL: SALES AGENT IM SHOPIFY APP STORE
Direkt aus dem Shopify App Store installierbar. Die Einrichtung dauert etwa fünf Minuten und erfordert keine Entwicklerarbeit.
Im Shopify App Store ansehenapps.shopify.com/saal-sales-agent